Güterzüge mit Dosiertechnik
Jeder kennt wohl Personenzüge. Die meisten sind sicher schon einmal mit einem dieser Züge mitgefahren. Es gibt bei den Personenzügen unterschiedliche Kategorien. So gibt es die sogenannten Regionalbahnen. Diese halten in der Regel an jedem Bahnhof und sei er auch noch so klein. Etwas wählerischer was die Haltestellen angeht ist dann schon der sogenannte Regionalexpress. Er hält nicht mehr an allen Haltestellen, sondern nur noch an den größeren regionalen Bahnhöfen. Eine dritte Kategorie bilden dann die sogenannten Fernverkehrszüge, zu denen auch der ICE zählt. Sie halten nur in sehr großen Abständen und an großen Bahnhöfen. Durch die relativ wenigen Haltestellen bieten sie einen Geschwindigkeitsvorteil gegenüber den anderen Kategorien.
Eine andere Art von Zügen sind die sogenannten Güterzüge. Jeder hat wohl auch so einen Zug schon einmal gesehen. Güterzüge befördern, wie der Name schon sagt, Güter quer durch das Land. Sie bestehen in der Regel aus einer Lokomotive, bei schwerer Last können aber durchaus auch mehrere Lokomotiven hintereinander geschaltet werden, und relativ vielen Waggons. Jede Art von Fracht hat im Prinzip ihren eigenen Typ Waggon. Müssen zum Beispiel Flüssigkeiten, wie Benzin, Öl oder Chemikalien befördert werden, greift man natürlich auf sogenannte Tankwaggons zurück. Handelt es sich um Dosiertechnik wird man eventuell auf einen Container zurückgreifen.
Große Produktionsstätten verfügen in der Regel über einen eigenen Anschluss an das Streckennetz der Bahn. So können die Güter, sofern sie dafür geeignet sind direkt von der Produktion in dafür geeignete Waggons verbracht werden. So besitzt zum Beispiel jede Produktionsstätte eines Herstellers von Autos über einen Gleisanschluss. Auf den Gleisen warten dann schon spezielle Waggons die für den Transport von Autos geeignet sind. Die Fahrzeuge, die aus der Produktionshalle rollen werden dann direkt auf diese Waggons verladen. Ist eine Firma nicht groß genug um einen eigenen Anschluss an das Streckennetz der Bahn zu haben, so muss sie die Waren erst mittels LKW zu einem sogenannten Verladeterminal bringen.
Um eine bestimmte Fracht von dem Ort von dem sie verschickt wurde zu dem Ort an den sie gelangen soll, zu befördern ist einiges an Organisation und Logistik vonnöten. Denn selbstverständlich fährt ein Zug nicht quer durch das ganze Land um einen oder mehrere Waggons von zum Beispiel Bremen nach München zu transportieren. Deshalb müssen einzelne Waggons einmal oder auch mehrmals von den Zügen abgekoppelt werden und an andere Züge angekoppelt werden. Diese Schritte geschehen auf den sogenannten Rangier- und Güterbahnhöfen die auch über genügend Gleise und Weichen verfügen um diese Aufgabe zu erfüllen.
Auf diesen Bahnhöfen werden die ankommenden Güterzüge dann sozusagen auseinander gebaut und wieder neu zusammengestellt. So kommt ein Waggon, der mit Dosiertechnik beladen ist und bisher an einen Waggon mit Holz gekoppelt war, nach dem neu zusammenstellen vielleicht in den Genuss an einen Waggon mit Bier gekoppelt zu werden. Vielleicht handelt es sich bei der Dosieranlage ja sogar um eine für die Getränkeproduktion bestimmte. Dann kann man davon ausgehen, dass der Güterzug auf jeden Fall noch einmal getrennt wird, da sich die Getränke ja von der Firma, die solche Anlage zum Dosieren brauchen, wegbewegt.
Güterzüge benutzen dieselben Gleisanlagen wie auch Personenzüge. Da Güterzüge auch unregelmäßig verkehren, das heißt viele Güterzüge fahren nicht jeden Tag zur genau selben Zeit, müssen die Disponenten in den Stellwerken jeden Tag aufs neue überlegen, wie sie den Verkehr auf den Gleisen mit möglichst wenig Stillstand leiten können. Natürlich kommt es auch häufig vor, dass sich ein Güterzug auf einem Gleis befindet, auf dem zur selben Zeit ein Personenzug unterwegs. Da sich ein Personenzug an seinen Fahrplan halten muss, ist es immer der Güterzug der dem Personenzug Platz machen muss um diesem die pünktliche Ankunft an seinem Zielbahnhof zu ermöglichen. Güterzüge warten deshalb oft auf Nebengleisen in Bahnhöfen bis ein Personenzug vorbeigefahren ist.
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